Dies Bildnis ist bezaubernd schön

Goethe

Doktor Faust und die Frauen –
Entdeckung der Liebe?

Der Besuch in der Hexenküche (V. 2337–2604) gehört zu der so genannten kleinen Weltfahrt Fausts – die zweite, große Weltfahrt wird im zweiten Teil der Tragödie dargeboten. Doktor Faust hat das Studierzimmer verlassen, er wächst infolge der Teufelswette über die wissenschaftliche Arbeit hinaus, um die Welt von anderer Seite kennen zu lernen. In Auerbachs Keller sieht er an den am Trinkgelage Beteiligten, was Maßlosigkeit bedeutet. Die fröhlichen Zecher, von Mephistopheles’ magischen Künsten befeuert, sind völlig ungehemmt und verspotten alles, was in der Welt als heilig gelten könnte: Politik, Religion und zuletzt die Liebe.
In der darauf folgenden Szene bringt Mephistopheles Faust in die Hexenküche.
Entdeckt Faust an diesem Ort die Liebe?

Arbeitsanregungen:

  1. Ist wirklich alles „bezaubernd schön“, was Faust beim Blick in den Zauberspiegel empfindet? Erläutern Sie Ihre Interpretation von Fausts Selbstgespräch vor dem Spiegel (V. 2429–2440).
  2. Suchen Sie unterschiedliche Zitate, die Fausts Verhältnis zu den Frauen charakterisieren.
  3. Was denkt übrigens Fausts Kontrahent Mephistopheles über die Frauen? Gehen Sie wieder auf Zitatesuche.
  4. Welche Funktion haben „die“ Frauen – erstens: ältere Frauen, zweitens: jüngere Frauen – für Faust? Probieren Sie im Rahmen eines Rollenspiels eine fiktive Selbstanalyse, die der Doktor in der Praxis eines Psychoanalytikers vornimmt.
    Übernehmen Sie dabei Fausts Rolle und beginnen Sie das Gespräch mit der zweiten Rolle, dem „Seelenklempner“, ausgehend von den Eindrücken in der Hexenküche.