Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit, Sprachreflexion

Das Problem der Mehrsprachigkeit. Eine Umfrage

In der Mehrsprachigkeit liegt oft ein Problem verborgen, denn es zeigt sich, dass die Urteile darüber recht verschieden ausfallen. Wirkt sich Bilingualität im frühen Kindesalter nicht nachteilig auf den Erwerb der Muttersprache aus? Setzt die nicht nur zu kommunikativen Zwecken angewandte Mehrsprachigkeit nicht doch die Intelligenz eines Erwachsenen voraus? Natürlich ist das Deutsche selbst Mischsprache, eine Mischung also, aus mehreren Sprachen gebildet. Innere Mehrsprachigkeit steht äußerer Mehrsprachigkeit gegenüber. Kurt Flasch hat darauf hingewiesen, dass jede (erlernte) Sprache, streng genommen, von außen komme. So gesehen kann nur von äußerer Mehrsprachigkeit die Rede sein. Wie auch immer, die Lösung kann nicht im Sprachpurismus liegen.

Arbeitsanregungen:

  • Erstellen Sie mithilfe der in Microsoft 365 enthaltenen Applikation „Forms“ eine Umfrage, die verschiedene praktische und theoretische Fragen des Problems der Mehrsprachigkeit beinhaltet.
  • Verwenden Sie in der Umfrage mehrere Fragetypen (offene Fragen, geschlossene Fragen, Multiple-choice-Verfahren).
  • Versuchen Sie anhand Ihrer Fragen ein differenziertes Gesamtbild von der Problematik zu erhalten.
  • Entwickeln Sie Ihre Fragen auf der Grundlage von in der Schülerbücherei (Lernhelfer, Lexika, Unterrichtswerke) oder im Internet zur Verfügung gestellten Materialien zum Thema.

 


 
Weitere Informationen:
ARD-alpha
 

Dat Pöggsken

Mehrsprachigkeit

Plattdeutsch gefärbte Umgangssprache als „innere“ Mehrsprachigkeit

Beim Niederdeutschen schweigen die Schulen. Vielleicht weil ihr Gebrauch tatsächlich sich als Nachteil im Unterricht erweist. Die Regionalsprache wird von ihren Kritikern als Sprachbarriere angesehen: Sie behindere den Übergang zum allgemein festgelegten Hochdeutschen. Außerdem sei das Niederdeutsch ausgestorben, nur noch in Resten erhalten, in der heutigen deutschen Mischsprache. Einige Schüler jedoch scheinen im Plattdeutschen zu Hause zu sein. Einige kommen auf ihre Großeltern zu sprechen. Wie schade! Leider kann man dem Lehrplan nicht entrinnen und muss die Erforschung historischer Wortbestände angelegentlich des folgenden Gedichts bis auf Weiteres verschieben.

Augustin Wibbelt:


Dat Pöggsken 

Pöggsken sitt in’n Sunnenschien,
O, wat is dat Pöggsken fien
Met de gröne Bücks!
Pöggsken denkt an nicks.

Kümp de witte Gausemann,
Hät so raude Stiewweln an,
Mäck en graut Gesnater,

Hu, wat fix
Springt dat Pöggsken met de Bücks,
Met de schöne gröne Bücks,
Met de Bücks in’t Water!

Arbeitsanregungen:

  • Übersetzen Sie das vorliegende Gedicht in Standardsprache.
  • Erörtern Sie anhand des Gedichts die Einflüsse des Niederdeutschen auf die Umgangssprache. Halten Sie die Stärkung des Niederdeutschen in Schulen für sinnvoll?