„Choc, Trauma und Nervosität“

Expressionismus und Zeiterfahrung Bereits in der Antike hat man sich über das zunehmende Tempo beklagt: Früher ritt man gemächlich zu Pferde, heute führt man Viergespanne. „Heute hat sich die Reitkunst ins Dämonische verkehrt“ (vgl. Tertullian: De spectaculis 9, 1). Innerhalb großer geschichtlicher Zeiträume verändert sich, wie die Geschichtswissenschaft betont, mit der technischen Entwicklung auch die Wahrnehmung der Zeit. Das intuitive Erlebnis einer vorbeifahrenden Straßenbahn mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h zum Beispiel ist heute von anderer Qualität als 1913. Man kennt zwar schon die Straßenbahn – zunächst wird sie von Pferden gezogen –, aber die Wahrnehmung der Straßenbahn ist, geschichtlich…

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