Der Roman „Fabian“ – littérature engagée?

20150426-204930.jpg

Beobachtungen zum Protagonisten und zum Erzähler

Erich Kästner ist in ganz anderem Sinne Erzähler als Franz Kafka. Während Kafkas Erzähler versuchen in das Innere der Figuren zu blicken – und daher die personale Erzählperspektive wählen –, betrachten Kästners Erzähler die Figuren mit Distanz. Kafka interessiert sich für das Innere der Figuren, insbesondere für deren rätselhafte Scham und fortwährende Selbstanklage – Kästners Interesse gilt der Perspektive von unten. Das heißt, sein Berichtstil hat viel mit der Reportage gemeinsam. Dabei muss die engagierte von der neutralen Reportage abgegrenzt werden. Was muss darüber im Fall „Fabian“ gesagt werden?

Die Titelfigur selbst scheint sich für nichts tiefer zu interessieren. Fabian ist nicht engagiert, fühlt sich dem „System“ (Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten, 31. Auflage, dtv: München 2015, 53) moralisch nicht verpflichtet. Als er schließlich eingreift und beschließt, einen Jungen vor dem Ertrinken zu retten, da hat er sich maßlos überschätzt (ebd. 236). Dem Leser genügt es vielleicht, um zu erkennen, dass die sittlich richtige Tat aufs Ganze gesehen sich als zwecklos erweist. „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ (Theodor W. Adorno)

Doch vom Erzähler erwarten wir im Allgemeinen stärkere Reaktionen. Wir erwarten, dass die dargestellte Welt ihn „ergreift“, Fabians Schicksal ihn berührt.

Arbeitsanregungen:

  • Lesen Sie im elften Kapitel den Bericht über Fabians Kündigung (ebd. 106–108).
  • Begegnet der Erzähler den dargestellten Figuren mit Abstand, oder lässt er, in dem einen oder anderen Fall, Sympathie für eine Figur erkennen?
  • Wie nimmt der Erzähler Fabians Kündigung auf – sachlich, mit Bedauern oder Verwunderung, ohne besondere Teilnahme?

Noch einen Moment. Bald ist es so weit!

Wahlagitator

Erich Kästner: Jahrgang 1899


Interpretation

Einleitende Bemerkungen:

Kästners Gedicht handelt von den Erfahrungen der Vertreter des Jahrgangs 1899, genauer: von den Erfahrungen der Männer, die in der Weimarer Republik beruflich gesehen Aufsteiger oder Absteiger waren und nebenbei Adolf Hitlers Aufstieg ermöglicht haben. Die in der Form einer sozialkritischen Ballade verfasste Gesellschaftssatire erweist sich am Ende als Mahnung. Aus der Generation in der Krise kann nichts Gutes hervorgehen. Das Gedicht von Erich Kästner ist im Jahr 1928 erschienen.

Bemerkungen zum Inhalt:

  1. Die ersten drei Strophen handeln von den Jugendjahren der aus dem Jahr 1899 stammenden Generation. Die in der letzten Phase des Ersten Weltkriegs als Kanonenfutter dienenden jungen Männer haben, wenn überhaupt, nur mit Glück überlebt.
  2. Die nächsten drei Strophen geben Aufschluss über das Studium und das Berufsleben. In den Nachkriegsjahren gerät die Generation von 1899 sozial und wirtschaftlich gesehen unter Druck. Viele Väter haben ihr Vermögen verloren, während die Söhne danach streben, zu Geld zu kommen. In der Nacht wird studiert, am Tage arbeiten die jungen Männer als Büroangestellte.
  3. Die letzten drei Strophen bieten das Resümee: Kritisch registriert der Sprecher, wie die Männer des Jahrgangs 1899 aufgewachsen sind.


Bemerkungen zur Form:

Der Text zeichnet sich durch acht vierzeilige Balladenstrophen aus. Die letzte Strophe enthält einen überzähligen Vers. Der vierte Vers („Noch einen Moment. Bald ist es so weit!“) kann als Wiederholung des vorhergehenden aufgefasst werden. Das Ziel besteht in der Steigerung der Aussage beider Verse. 

Rhythmisch ist jede Strophe für sich gesehen frei gestaltet, metrisch jedoch sind die Verse fest gefügt. Vierhebige Zeilen (1., 3. Vers) wechseln einander mit dreihebigen Zeilen ab. Das Metrum wird höchst unterschiedlich sowohl von Jamben als auch von Anapästen bestimmt. Wer ein empfindliches Ohr hat, erkennt, dass Kästner dieses Gedicht in einem betont lockeren Sprechstil (Parlando) verfasst hat.


Arbeitsanregungen:

  • Interpretieren Sie das Gedicht.
  • Beantworten Sie die Frage, ob das Gedicht als Satire anzusehen ist. Beziehen Sie sich dabei auf folgenden Bemerkungen über die Satire.

Friedrich Schiller:
In der Satire wird die Wirklichkeit als Mangel dem Ideal als der höchsten Realität gegenüber gestellt. Es ist übrigens gar nicht nötig, dass das Letztere ausgesprochen werde, wenn der Dichter es nur im Gemüt zu erwecken weiß; dies muss er aber schlechterdings, oder er wird gar nicht poetisch wirken. Die Wirklichkeit ist also hier ein notwendiges Objekt der Abneigung; aber, worauf hier alles ankommt, diese Abneigung selbst muss wieder notwendig aus dem entgegenstehenden Ideal entspringen.

Erich Kästner:
Der satirische Schriftsteller ist, wie gesagt, nur in den Mitteln eine Art Künstler. Hinsichtlich des Zwecks, den er verfolgt, ist er etwas ganz anderes. Er stellt die Dummheit, die Bosheit, die Trägheit und verwandte Eigenschaften an den Pranger. Er hält den Menschen einen Spiegel, meist einen Zerrspiegel, vor, um sie durch Anschauung zur Einsicht zu bringen. Er begreift schwer, dass man sich über ihn ärgert. Er will ja doch, dass man sich über sich ärgert! Er will, dass man sich schämt. Dass man gescheiter wird. Vernünftiger. Denn er glaubt, zumindest in seinen glücklicheren Stunden, Sokrates und alle folgenden Moralisten und Aufklärer könnten recht behalten: dass nämlich der Mensch durch Einsicht zu bessern sei.

Der gekränkte Idealist

Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten

Äußerlich scheint Fabian nicht viel anders als die Anderen geraten zu sein. Immerhin scheint er so attraktiv zu sein, dass sich die Frauen für ihn interessieren. Sein Charakter wird als passiv beschrieben. Als er schließlich eingreift und beschließt, einen Jungen vor dem Ertrinken zu retten, da hat er sich maßlos überschätzt. Dennoch betrachtet der Leser ihn freundlich, denn ihm kommt ohne Zweifel moralische Größe zu – zumal er einen idealistischen Freund an seiner Seite hat, der die Jugend der Welt zu vervollkommnen trachtet: Dr. Stephan Labude, der sich habilitiert über Gotthold Ephraim Lessing. Dr. Jakob Fabian hat also einen Freund, in dem Lessings positiv gestimmter geschichtsphilosophischer Entwurf „Die Erziehung des Menschengeschlechts“ von 1777 nachzuwirken scheint.

20151116-161052.jpg

Arbeitsanregungen:

  • Was für einen Charakter vermuten Sie jeweils in den Männerfiguren (Jakob Fabian, Stephan Labude, Justizrat Labude, Filmfabrikant Edwin Makart) und in den Frauenfiguren (Cornelia Battenberg, Irene Moll, Ruth Reiter, Fabians Mutter) des Romans? Ergänzen Sie Ihre Rollenkarten.

LESETIPP des Jugendmagazins „fluter“

Erzähler verloren!

Über die Neue Sachlichkeit

Der Erzähler ist, um es mit Walter Benjamin zu formulieren, eigentlich etwas „bereits Entferntes und weiter noch sich Entfernendes“ (Walter Benjamin: Der Erzähler. In: Der Autor als Produzent. Aufsätze zur Literatur. Reclam UB 18793: Stuttgart 2012, 28). Was die Literatur der Neuen Sachlichkeit angeht, lässt sich sagen, dass der Erzähler aus dem Blickfeld getreten und durch den Beobachter ersetzt worden ist. Alfred Döblin fordert ausdrücklich die „Entselbung, Entäußerung des Autors“ (Alfred Döblin: Schriften zur Ästhetik, Poetik und Literatur, hrsg. von Erich Kleinschmidt. Olten/Freiburg i. Br.: Walter 1989, 123). Der Wunsch nach einer Geschichte, ausgestattet mit einem mitfühlenden Erzähler, konnte sicherlich nicht an Döblin, den zentralen Vertreter der Neuen Sachlichkeit herangetragen werden – ein solcher Wunsch hätte ihn wahrscheinlich in größere Verlegenheit versetzt.

20150217-204922.jpg

Der Sonderfall Hiob

Joseph Roths „Roman eines einfachen Mannes“

1930 kommt Joseph Roths „Roman eines einfachen Mannes“ heraus. Es ist das Jahr der großen Krise, die wirtschaftliche Not ist unvorstellbar, die Tumulte der Arbeitslosen steigern sich ins Maßlose, auf dem Kurfürstendamm in Berlin werden Mittagessen auf Teilzahlung angeboten, die Polizei geht mit Gummiknüppeln gegen Aufständische vor. Die Armut treibt viele in den Selbstmord, in der Wall Street in New York springen Banker aus dem Fenster. Im Gegensatz zu seinen früheren Arbeiten, von denen sich dieser Roman scharf unterscheidet, zielt der Schriftsteller diesmal nicht auf eine Darstellung der Not, wie sie den Vorstellungen der Neuen Sachlichkeit entspricht. Er nähert sich nicht den Tatsachen, wie Alfred Döblin („Los vom Menschen! Mut zur kinetischen Phantasie und zum Erkennen der unglaublichen realen Konturen! Tatsachenphantasie!“) und andere Schriftstellerkollegen es als bestimmende Aufgabe ihrer Epoche ansehen, sondern er widmet sich – der volle Titel seines Romans verrät es schon – dem scheinbar Abseitigen, dem Nacherzählen biblischer Dichtung.

Mit dem Buch Hiob liegt dem „Roman eines einfachen Mannes“ ein theologischer Text zugrunde. Seine Aussage ist: Wäre Gott gerecht mit Hiob verfahren, dann ließe sich genau sagen, warum dieser Hiob sich Gott unterwirft. Doch leider ist die positive Rechtfertigung Gottes, mit anderen Worten: die Vorstellung eines gerechten Gottes unmöglich. Das Hiobbuch entfaltet dem Leser kein traditionelles, positives Gottesbild, sondern negative Theologie. Wie Hiob ist Mendel Singer, die Titelfigur aus Joseph Roths Roman, von einer tiefen, urwüchsigen Frömmigkeit geprägt; wie Hiob bezieht Mendel Singer – der Name deutet es an – seine Frömmigkeit hauptsächlich aus dem Singen von Gebeten und Psalmen. Er ist kein Gelehrter, der völlig im Studium aufgeht, kein Rabbiner, eifrig darum bemüht, die rechte Lehre zu verteidigen. Wie Hiob erweist sich Mendel Singer anfangs als Dulder.

Die Welt ist Gottes Wille, und es gibt keinen Grund, an seiner Schöpfung zu zweifeln. Gottes Weisheit ist den Menschen fremd wie die Sterne und doch ein Feuer, das den Weg in der Nacht erhellt. In diesem Sinne wendet sich Mendel Singer – in einer Schlüsselszene in dem ersten Teil des Romans – an Menuchim, seinen jüngsten Sohn, damit er diese Anschauung von ihm übernehme. „Hör mich, Menuchim! Ich bin alt, du bleibst mir allein von allen Kindern, Menuchim! Hör zu und sprich mir nach: ‚Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde …‘“ (Joseph Roth: Hiob. Roman eines einfachen Mannes. Schöningh Verlag: Paderborn 2012, S. 35). Was den Unterricht in der Tora (תוראה: Lehre) angeht, so ist klar, dass damit ein elementares Verhältnis zwischen Vater und Sohn bezeichnet wird. Ferner, dass Mendel Singer damit in der Tradition aller jüdischen Väter steht, denn er erfüllt den im Buch Deuteronomium enthaltenen Auftrag, der sich an alle Väter richtet:

„Höre, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben stehen. Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst. Du sollst sie als Zeichen um das Handgelenk binden. Sie sollen zum Schmuck auf deiner Stirn werden. Du sollst sie auf die Türpfosten deines Hauses und in deine Stadttore schreiben“ (Dtn 6,4–9).

Die Entwicklung, die Mendel Singer anders als Hiob zurücklegt, ist allerdings die Entwicklung eines einfachen Mannes. Das heißt, der Roman setzt damit ein, die Armut in Mendels Familie zu schildern. Und wie zu erwarten, wird Mendel Singer, anders als Hiob, anfangs nicht mit Hiobsbotschaften konfrontiert. Denn sein Schicksal ist bereits von Armut bestimmt, es kann für ihn eigentlich nicht viel schlimmer kommen. Joseph Roths Hiobsroman handelt in seinem ersten Teil von der Armut, von dem ewigen Kreislauf der Not. Es kommt nur, anders als in der biblischen Vorlage, nicht zu dem Pakt mit dem Teufel, in dem die Not ihre Erklärung fände.

Da Mendel Singer keine größere Sünde bei sich findet, so ist es selbstverständlich, dass Armut für ihn keine Schande darstellt. Als jedoch sein jüngster Sohn Menuchim im Unterricht der Tora kläglich versagt, regen sich Zweifel und Schuldgefühle in seinem Vater. Denn Mendel Singer ist, in Anlehnung an Jakob aus den Vätergeschichten, vor allem darauf gerichtet, JHWH als Familiengott zu verehren, welcher ihm Nachkommen „zahlreich wie der Staub der Erde“ (Gen 28,14) verspricht. Mendel Singer muss befürchten, als Vater schuldig geworden zu sein.

Arbeitsanregungen:

  • Bestimmen Sie die Gottesbilder bei Deborah und Mendel Singer. Worin unterscheiden sie sich?
  • Versuchen Sie Deborah zu helfen: Erarbeiten Sie in einem Gespräch mit Deborah, was sie an Mendel, insbesondere an seinem Glauben, auszusetzen hat.

Die Reportage

Aus dem Jahr 1929 stammt eine Bemerkung Siegfried Kracauers über den Stellenwert der Reportage in der Zeit der Weimarer Republik. Nicht zufällig ist dieser Bemerkung ein ironischer Unterton zu entnehmen. Ihr Gegenstand ist nämlich die Frage nach den Möglichkeiten realistischer Darstellungsweise. Auf der Suche nach dem „ungestellten Leben“ schreibt Kracauer: „Seit mehreren Jahren genießt in Deutschland die Reportage die Meistbegünstigung unter allen Darstellungsarten, da nur sie, so meint man, sich des ungestellten Lebens bemächtigen könne“ (Siegfried Kracauer: Schriften. Bd. 1. Frankfurt a. M. 1971, 216). Nichts liegt näher, als die Reportagen Egon Erwin Kischs, Joseph Roths, Heinrich Hausers, Alfred Polgars und anderer im Lichte dieser Behauptung zu prüfen. Beantworten ihre Texte Kracauers Frage, ob die Reportage das wirkliche Leben abbilden kann?

Arbeitsanregungen:

  • Lesen Sie den folgenden Text. Nach welchen Kriterien wird hier die Reportage definiert?

„Der Reporter hat keine Tendenz, hat nichts zu rechtfertigen und hat keinen Standpunkt. Er hat unbefangen Zeuge zu sein und unbefangene Zeugenschaft zu liefern, so verlässlich, wie sich eine Aussage geben lässt, – jedenfalls ist sie (für die Klarstellung) wichtiger als die geniale Rede des Staatsanwalts oder des Verteidigers. Selbst der schlechteste Reporter, – der, der übertreibt oder unverlässlich ist, leistet werktätige Arbeit, denn er ist von den Tatsachen abhängig, er hat sich Kenntnis von ihnen zu verschaffen, durch Augenschein, durch ein Gespräch, durch eine Beobachtung, eine Auskunft. Der gute braucht Erlebnisfähigkeit zu seinem Gewerbe, das er liebt. Er würde auch erleben, wenn er nicht darüber berichten müsste.“
Egon Erwin Kisch: Der rasende Reporter. Berlin 1930, 9.

  • Hören Sie den folgenden Beitrag des SRF. Erarbeiteten Sie ein Referat zum Thema „Joseph Roth als Journalist“.

Joseph Roth: Stadtfeuilletons aus Berlin

Neue Sachlichkeit

Ganz ohne Fantasie scheint die Literatur der Moderne zu sein. Ihre Bilder wirken billig – entwertet durch das Dogma des Fortschritts. Das Erlebnis tritt in den Hintergrund. Es ist die Stunde der Wissenschaften und der Männer und Frauen ohne Eigenschaften.

Doris zum Beispiel, die Protagonistin in Irmgard Keuns Roman „Das kunstseidene Mädchen“, welcher im Jahr 1932 erschienen ist, gibt zwar vor, großartig zu sein, verdinglicht sich jedoch, indem sie ihre besonderen Vorzüge so betrachtet, wie es bei einer im Grunde austauschbaren Ware der Fall wäre.

Ihre Selbstwahrnehmung stimmt mit dem Gesamtbild überein. Die Massenmedien der Weimarer Republik propagieren den neuen Frauentypus: die fortschrittliche, wirtschaftlich unabhängige Frau, der es gelingt, aus dem Machtbezirk des Mannes herauszutreten. Vor allem die Filmindustrie ist daran beteiligt, das Ideal der neuen Frau zu vermarkten. Der Glanz, der der neuen Frau anhaftet, überträgt sich auch auf die Straße. Der Glamour wird zum Fetisch und bestimmt die verdinglichten Beziehungen zwischen Frauen und Männern.

„Nicht nur auf dem Arbeitsmarkt erhält das Subjekt seinen Wert durch die Dinge, mit denen es sich umgibt, auch im Bereich der Erotik sind es Dinge, die für die Attraktivität des Subjekts entscheidend sind. Diese Verknüpfung von Ästhetik, Warenwert und erotischer Anziehung zeigt sich z. B. in Irmgard Keuns Roman ‚Das kunstseidene Mädchen‘.“ (Sabine Kyora: Nebensachen. Zur Bedeutung von Accessoires und Interieurs in neusachlichen Texten, in: Realistisches Schreiben in der Weimarer Republik, hrsg. von Sabine Kyora und Stefan Neuhaus, Würzburg 2006, 79.)