Da sucht man lieber Kräuter

Goethe und die Naturwissenschaften Dass Goethe sich für die Naturwissenschaften begeisterte, dass seine naturwissenschaftlichen Studien einen beträchtlichen Umfang in seinem Werk ausmachen, ist vor allem im Vergleich mit Schiller entscheidend. Während Goethe sich dem Studium der Natur widmete, lieber Kräuter oder Steine sammelte, wie Schiller spottete, nahm dieser an anderen Differenzen teil und versandte Aufsätze über Freiheit und ästhetische Doktrinen. Schiller äußerte 1787 gegenüber Körner: „Goethes Geist hat alle Menschen, die sich zu seinem Zirkel zählen, gemodelt. Eine stolze philosophische Verachtung aller Speculation und Untersuchung, mit einem bis zur Affectation getriebenen Attachement an die Natur und einer Resignation in seine…

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Fausts Wette

Faust geht mit Mephistopheles keinen Pakt ein, sondern eine Wette. Die Wette lautet: In Goethes Fassung (V. 1693–1707) heißt es: Faust: Werd ich beruhigt je mich auf ein Faulbett legen, So sei es gleich um mich getan! Kannst du mich schmeichelnd je belügen, Dass ich mir selbst gefallen mag, Kannst du mich mit Genuss betrügen, Das sei für mich der letzte Tag! Die Wette biet ich! Mephistopheles: Topp! Faust: Und Schlag auf Schlag! Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Dann will ich gern zugrunde gehn! Dann mag die…

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Wissenschaftstheater

Faust und Wagner (V. 522–601) EINLEITUNG Sie orientieren den Leser Ihrer Klausur über die „Tragödie Faust“, indem Sie Textgattung, Titel, Autor und Erscheinungsjahr des Textes benennen, den Inhalt und die Thematik kurz beschreiben, z. B.: Die von Goethe so genannte „Tragödie Faust“ gibt Kontraste vor, die sich am Ende auflösen. Der Text bewahrt die Überzeugung, dass das Böse im eigenen Herzen keimt, die Hoffnung auf das Gute aber bestehen bleibt. Der des Lebens überdrüssig gewordene Universalgelehrte Faust testet gedanklich die Grenzen des sittlich Erlaubten aus, als ihm wie zufällig der Teufel begegnet. Dieser möchte ihn auf den Weg des Bösen…

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Prolog im Himmel

Faust – Klausurvorbereitung Aufgabe: Analysieren Sie den Prolog im Himmel (V. 243–353) unter besonderer Berücksichtigung der Funktion des Teufels. Einleitung Sie orientieren den Leser Ihrer Klausur über die „Tragödie Faust“, indem Sie Textgattung, Titel, Autor und Erscheinungsjahr des Textes benennen, den Inhalt und die Thematik kurz beschreiben, z. B.:   Die von Goethe so genannte „Tragödie Faust“ gibt Kontraste vor, die sich am Ende auflösen. Der Text bewahrt die Überzeugung, dass das Böse im eigenen Herzen keimt, die Hoffnung auf das Gute aber bestehen bleibt. Der des Lebens überdrüssig gewordene Universalgelehrte Faust testet gedanklich die Grenzen des sittlich Erlaubten aus,…

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Geisterstunde

Das Nachtmotiv in Goethes „Faust“ Die Bindung von Fausts erstem Auftreten an die Nacht hat ihren guten Grund. Es ist eine verbreitete Vorstellung, dass in der Nacht das Schicksal innehält. „Nun ist die wahre Spükezeit der Nacht, / Wo Grüfte gähnen, und die Hölle selbst / Pest haucht in diese Welt. Nun tränk’ / ich wohl heiß Blut, / Und täte Dinge, die der bittre Tag / Mit Schaudern säh’.“ (Shakespeare: Hamlet III 2) In der Nacht, vorzüglich um Mitternacht wird nach gängiger Vorstellung nämlich das Gesetz der Zeit aufgehoben – die Luke zu der „Anderen Seite“ öffnet sich, und…

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Der Alchemist

Er hätte auch Paracelsus oder Simon Magus heißen können. Faust, der Übelbeleumundete, hat die Leute ständig in Atem gehalten. Der Fürst empfing einen guten Eindruck von Faust – nun, das ausgestellte Horoskop schien ihm sicher zu sein. Luther sympathisierte mit ihm, auch in jener Seele habe der Teufel sein Nest gefunden. Der volle Name des vom Erkenntnistrieb durchwalteten Mannes war: Johann Georg Faust. Er wurde vermutlich 1478 in Knittlingen geboren. Dieser Faust, warum sollte er nicht mit Dämonen sprechen, heißt es in einer Quelle. Ihn trieben sein Genie oder seine Melancholie dazu, die ihm gesetzten Grenzen zu überschreiten. Arbeitsanregungen: „Genie“…

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