Eine Laubsägearbeit

Kafka

Gregor Samsa: Das vereinsamte Kind

Gregor Samsa hat, so erfahren wir, die Gepflogenheit, sein Zimmer des Nachts abzuschließen. Er kenne dies von den Hotels her, die er als Reisender benutzt. Der Leser erkennt deutlich, dass dieses Eingesperrtsein aus Prinzip erfolgt, zum Schutz des völlig Übermüdeten vor überraschenden Eindringlingen. Nun, als die Familie und der Prokurist aufkreuzen, profitiert er von dieser Vorsichtsmaßnahme. Es ist ein kleines Zimmer. Wie ist die Laubsägearbeit auf dem Tisch zu denken, die einen „hübschen, vergoldeten Rahmen“ für das Bild der Dame im Pelz ergibt? Sie ähnelt eher dem Werk eines Kindes als dem eines Erwachsenen. In den Worten der Mutter, die Gregor gegenüber dem Prokuristen zu verteidigen sucht, gewinnt diese Laubsägearbeit ironischerweise genau diese Bedeutung. Das anfängliche Lob der sorgenvollen Mutter geht hierbei allmählich in Mitleid mit dem vereinsamten Jungen über.

„Da sitzt er bei uns am Tisch und liest still die Zeitung oder studiert Fahrpläne. Es ist schon eine Zerstreuung für ihn, wenn er sich mit Laubsägearbeiten beschäftigt. Da hat er zum Beispiel im Laufe von zwei, drei Abenden einen kleinen Rahmen geschnitzt; Sie werden staunen, wie hübsch er ist; er hängt drin im Zimmer; Sie werden ihn gleich sehen, bis Gregor aufmacht“ 

(Kafka 2015: 11).


Arbeitsanregungen:

  1. Skizzieren Sie die Lage der Räume in Gregors Wohnung.
  2. Überlegen Sie, welcher Sinn den einzelnen Räumen zukommt.
  3. Planen Sie, inszenieren Sie ausdrucksstarke Bewegungen (Handlungen), die dem Sinn eines dieser Räume entspricht.
  4. Suchen Sie die dazugehörige Textstelle und stellen Sie sie vor.