Das Gespenst vom Lande

Kafkas komische Seiten

Wenn Kafka im „Prozess“ einen Witz macht, dann liegt meistens wie im Fall des Onkels vom Lande Ironie vor. Selbst der hilflos in den Fängen der Justiz sich windende Josef K. kommt sich in gewisser Hinsicht dem Onkel überlegen vor. Und so kann keine Beziehung zwischen ihnen aufkommen. K. hat nur Spott für das „Gespenst vom Lande“ übrig, das in der Tat wie eine mechanisch angetriebene Puppe im Leben seines Neffen erscheint, um nach einigen hilflosen Drehungen wieder daraus zu verschwinden. Sicher mangelt es dem Onkel an urbanen Sitten, an Gewitztheit und Gewandtheit – doch wie steht es, aufmerksam betrachtet, um K., dass er im Spiegel unergründlicher Ironie sich selbstgefällig bewundern könnte?

Arbeitsanregungen:

  1. Erläutern Sie, was Bergson unter Komik versteht.
  2. Überprüfen Sie, ob sich Komik in Kafkas Texten entdecken lässt. Beziehen Sie sich auf Texte Ihrer Wahl, z. B. auf das Kapitel „Der Onkel“ aus dem Roman „Der Prozess“.
  3. Erproben Sie die Wirkung dieser Stellen, indem Sie sie spielen.
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