Warum verschwinden Wörter?

Versuch über merkwürdige Verluste innerhalb des Sprachgebrauchs Die Übereinkunft zwischen sprachlichen Zeichen und den ihnen entsprechenden Lauten scheint die Vieldeutigkeit einzuschränken, die dem menschlichen Ausdruck in mancher Beziehung zu eigen ist. Man denke nur an das Lächeln und Weinen und die anderen Ausdrucksformen jedes Menschen, die zu allen erdenklichen Regungen seines Innern passen. Doch es stellt sich heraus: Auch die Welt der sprachlichen Zeichen ist weit, das Spinnennetz Sprache trägt niemanden sicher. Es sei überhaupt eine seltsame Sache mit den Namen – d. h. mit den sprachlichen Zeichen –, sagt Sokrates. Stell dir vor, ich sagte Pferd, sähe aber dazu…

Weiterlesen

Humboldt: Der Doppelbegriff des Sprachorgans

Wilhelm von Humboldt: Von der Natur der Sprache und ihrer Beziehung auf den Menschen im Allgemeinen In der Diskussion über das Verhältnis von Sprache und Denken wirkt die Rede von einem Sprachorgan wie eine kühne, starke Metapher, behauptet die Rede doch, dass die Sprache das Denken organisieren könne. Kann sie es, um einen Ausdruck der EDV zu verwenden, auch „formatieren“? Aus der Luft gegriffen ist der Doppelbegriff nicht, denn das Denken braucht das Organ der Sprache, wie der Atem die Lunge, um physisch wahrnehmbar zu werden. Allerdings ruft der Begriff unerwünschte Doppeleffekte hervor. Dient Sprache als Organ wirklich dazu, die…

Weiterlesen

%d Bloggern gefällt das: